Achtsam essen in der Weihnachtszeit – Teil 3: Neue Traditionen brauchen Mut

Wenn du deine Ernährung in diesem Jahr umgestellt hast oder gerade umstellst (auf welche Art von Ernährung auch immer), wird es dir sehr wichtig sein, deine neuen Gewohnheiten zu pflegen und nicht wieder in alte Muster zurückzufallen. Jetzt zur Weihnachtszeit wird dein Vorhaben voraussichtlich auf eine harte Probe gestellt. Überall locken die sinnlichen Verführungen (wie in Teil 1 beschrieben), dein inneres Kind möchte (wie in Teil 2 beschrieben) zurück in die weihnachtliche Geborgenheit der Vergangenheit und nun kommt möglicherweise auch noch der soziale Druck aus deinem Umfeld hinzu. 

Das Weihnachtsfest ist ein gemeinschaftliches Ereignis und jede/r der/die daran teilnimmt bringt sein/ihr inneres Kind mit zur Party und ebenso seine/ihre eigenen Muster (ob bunt oder kleinkariert). Na, da ist was los. Wie ich kürzlich in meinem Umfeld konstatierte: Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie und jeder hat ein Grundrecht auf seine/ihre Weihnachtsstimmung. Auch wenn das bedeutet, dass wir zu Weihnachten gesamtgesellschaftlich in eine kollektive Regression fallen und unsere gewohnten Traditionen ausagieren. Lametta, Lametta!

Es ist erstaunlich, was der Neuzeit-Mensch aus Tradition zur Weihnachtszeit alles unternimmt. Er pilgert zu alten Familienstätten, schlachtet Bäume und Gänse, kauft Geschenke auf Kredit und besingt lautstark die Heiligkeit der Stille. Jedem das Seine, sofern es denn Freude bereitet. Obwohl Gans und Baum sicher lieber dort blieben, wo sie von Natur aus hingehören. 

Wie ist denn dein Weihnachtsfest gestaltet? Entspricht es deinen Werten? Und hast schon die Boxhandschuhe aus dem Keller geholt, um mit deiner Familie darüber zu sprechen?

Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor einigen Jahren zu Weihnachten verkündete zum Veganismus konvertiert zu sein. Nicht, dass ich die vegane Ernährung für eine Religion hielte, die Anhänger des jährlichen Raclettes sahen das aber anders und reagierten verschnupft mit einem: „Schade, dass du nicht mehr mit uns essen möchtest“. 

Es gehört schon eine größere Portion Selbstbewusstsein, Liebe und Mitgefühl dazu, sich in solchen Situationen weder ausgegrenzt zu fühlen, noch sich selbst oder andere auszugrenzen. 

Veränderungen machen Angst und kommen zu Weihnachten so gar nicht gut an. Ein Wunsch nach Veränderung kann als Angriff auf die geliebten Gewohnheiten verstanden werden. Die anderen haben schließlich auch ein inneres Kind und das möchte alle Jahre wieder traditionell Weihachten feiern. Klingelingeling!

Veränderungen können Angst auslösen. Neue Traditionen brauchen Mut. Den Mut etwas Neues auszuprobieren und Altes loszulassen. Hilfreich ist hier der offene Dialog und Mitgefühl für die Mitmenschen, die noch nicht soweit sind, eine neue Tradition zu erschaffen. 

Und so gilt für die Neugestaltung des Weihnachtsfestes das, was für alle Veränderungen gilt: Wir können die anderen nicht ändern. Wir können nur uns selbst verändern. Verändere dich und deine Gewohnheiten und lasse deinen Liebsten ihre festliche Komfortzone.

Ich wünsche dir von Herzen schöne Weihnachten und ein kraftvolles Ooooommm für den Fall dass irgendetwas versucht deinen inneren Frieden zu stören. 

Liebe Grüße
Germaine 

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