Bewusst NICHT meditieren

Stress und Überforderung gehören hierzulande zu den Hauptgründen, die Menschen dazu bewegen, mit der Meditation zu beginnen. Doch leider geben Ungeübte die Meditation häufig wieder auf, sobald sie auf Hindernisse stoßen. Sie meinen dann, Meditation wäre einfach nichts für sie oder glauben sogar, sie wären nicht in der Lage zu meditieren. 

Wer die Meditation schon bei den ersten Hindernissen aufgibt, verpasst möglicherweise die Erfahrung einer kraftvollen Meditation und die Vorteile, die eine langfristige und regelmäßige Meditationspraxis mit sich bringt. Dabei hilft es oft schon, einfach eine bewusste Meditationspause einzulegen und an einem anderen Tag mit den Übungen fortzufahren. 

In den folgenden drei Situationen ist es vermutlich besser, NICHT zu meditieren, sondern eine bewusste Meditationspause einzulegen: 

  1. Müdigkeit und Erschöpfung 

Wenn du zu müde und erschöpft bist, wirst du keinen Nutzen aus der Meditation ziehen. Dann ist es vermutlich besser, einfach ins Bett zu gehen und zu schlafen. Bist du abends häufig zu müde, versuche morgens für die Meditation etwas früher aufzustehen oder meditiere im Laufe des Tages zwischendurch ein paar Minuten, wann immer es passt. 

  1. Gedankenkarussell und Grübelschleifen 

Körperliche und geistige Anspannungen sowie ein aufgewühlter und sehr zerstreuter, undisziplinierter Geist können eine große Herausforderung sein. Stress, Überreizung oder Depressionen können es unmöglich machen, den Geist zu sammeln und zu fokussieren. Jetzt ist es vermutlich besser nicht zu meditieren. Eine Massage, Yoga oder Bewegung an der frischen Luft können in solchen Situationen kleine Wunder bewirken. 

  1. Perfektionismus und Meditationsstress 

Manchmal überträgt sich der hohe Leistungsanspruch und der Stress auch auf die Meditationsübung. Dann möchtest du vielleicht perfekt meditieren, besonders lange, besonders häufig oder du erwartest übernatürliche Meditationserlebnisse und sofortige Gedankenfreiheit. Das wird allerdings ziemlich sicher nicht funktionieren. Wenn du also Frustration empfindest, weil du meinst, deine Meditation sei nicht gut genug, dann könnte dir etwas Abstand und frische Inspiration gut tun. Vielleicht hast du Lust, dich mit der Idee und Philosophie hinter der Meditationstechnik zu beschäftigen. Die Weisheitstraditionen des alten Indiens haben hier viel zu bieten und es heißt, schon das Studieren der Schriften sei eine Form der Meditation. 

In allen Fällen gilt: Meditation kann dein Leben verändern, aber wahre Transformation braucht Zeit, Geduld und meist auch einen neuen Ansatz, eine neue Einstellung, die erst entwickelt werden muss. 

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