Standhalten: Mit der Berghaltung (Tadasana)

Wir wollen gut dastehen. Standfestigkeit ist uns wichtig. Wir wollen mit beiden Beinen im Leben stehen. Aber manchmal fühlt es sich an, als würde einem “der Boden unter den Füßen wegzogen”, als würden wir “einknicken”, “schlapp machen” oder unsere “Bodenständigkeit verlieren”. In solchen Momenten sollten wir nicht nur über unsere Standpunkte nachdenken, sondern uns auch auf der körperlichen Ebene tatsächlich wieder aktiv aufrichten und in einen guten Stand finden.

Tadasana, die Berghaltung, ist eine stark erdende Position, die Ruhe und Kraft verleiht. Stark, tief verbunden mit der Erde und geduldig, wie ein Berg, kannst du in dieser Haltung vollkommen in die Präsenz kommen und dich von innen heraus aufrichten.

Du kannst Tadasana jederzeit und überall üben, an der Kasse im Supermarkt oder an der Bushaltestelle und wo immer du sonst gerade stehst. Wenn du die Berghaltung regelmäßig übst, kann deine neue Haltung eine wunderbare Ausstrahlung, mentales Gleichgewicht, Konzentration und Gelassenheit fördern.

Übung: Deine Füße sind weniger als Hüftbreit aufgestellt (ca. 10 cm Abstand) und stehen mit den Fußaußenkanten parallel zueinander. Achte darauf, dass die Fußsohlen gleichmäßig an den Fersen und Zehenballen belastet werden und die Beine parallel zu einander sind. Du kannst ein bisschen auf den Füßen hin und her wippen, um den richtigen Stand zu finden. Möglicherweise darfst du dein Gewicht eher auf die Außenkanten der Füße verlagern, um die Beine aus dem X in eine gerade Ausrichtung zu bringen. Die Knie sind nicht durchgedrückt sondern ganz locker minimal gebeugt. Spüre den Kontakt zwischen deinen Fußsohlen und dem Boden.

Kippe nun das Becken leicht, in dem du dein Schambein nach oben ziehst. So vermeidest du im Hohlkreuz zu stehen. Deine Bauch- und Po-Muskulatur kannst du aktivieren, also leicht anspannen. Die Wirbelsäule ist aufgerichtet und der Kopf befindet sich in Verlängerung zur Wirbelsäule. Du zeigst jetzt also ein starkes Rückgrat und einen klaren Blick nach vorn.

Dein Schultern kannst du zweimal bewusst zu den Ohren hochziehen und fallen lassen. Sie ziehen nach hinten und unten, sind locker und entspannt. Deine Arme sind entspannt, deine Handflächen zeigen zum Körper. Achte auch auf eine entspannte Gesichts- und Kiefermuskulatur. Wenn du magst, kannst du die Augen schließen und ein leichtes Lächeln auf die Lippen legen.

Atme vollständig bis in den Bauchraum hinein und lasse den Atem wieder los. Atme gleichmäßig und ganz natürlich.

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