Unbeständigkeit

In Zeiten, in denen sich die Bedingungen ständig zu ändern scheinen und immer wieder neue Lösungen gefunden werden müssen, scheint das Leben unsicher und unplanbar zu sein. Man weiß ja nicht, wie es weiter geht oder was als nächstes kommt. Aber war das nicht schon immer so? War das Leben nicht schon immer eine Aneinanderreihung von Veränderungen? 

Bewegung, Wandel, Entstehen und Vergehen können wir in der Natur wunderbar beobachten. Die Zyklen der Jahreszeiten, das Entstehen, Vergehen und wieder Neuentstehen der Pflanzen, Tag und Nacht, die Unbeständigkeit des Wetters die Bewegungen der Wolken am Himmel, das alles ist ganz natürlich. Auch unser Körper zeigt uns diese Natur der Unbeständigkeit. Im Zuge des Lebens wandeln wir uns von einem Säugling, zum Kind, zum Jugendlichen und zum Erwachsenen. Wir werden geboren und wir sterben. (Nach buddhistischer Auffassung sogar immer und immer wieder.) Unsere Zellen wandeln sich in jedem Augenblick und unser Atem zeigt uns seine natürliche Unbeständigkeit mit jedem Atemzug, wenn wir nur darauf achten. 

Wie nur kommen wir auf die Idee, irgendetwas in der Welt könnte beständig, von Dauer und wirklich fest und sicher sein? Wir schaffen es ja nicht einmal, einen kleinen Gedanken willentlich mehr als wenige Sekunden in unserem Geist zu halten. Im Sturm der Unbeständigkeit unserer Gedanken und Gefühle versucht das Ego sich festzuhalten, an seinem Selbstbild, an Identifikationen (mein Haus, mein Auto, mein Job) und besonders gern an Ideen von Zuständen, die es zu erreichen oder erhalten gilt (meine Perfektion, mein Erfolg, mein Reichtum, mein gutes Aussehen, mein Ruhm, mein Glück). Es spricht natürlich nichts dagegen glücklich und erfolgreich zu sein, aber welcher Erfolg und welches Glück sind denn wirklich beständig? 

Von der Unbeständigkeit zur Leichtigkeit des Lebens 

Schaffen wir es, die Unbeständigkeit vollkommen zu akzeptieren und anzunehmen, verbinden wir uns mit dem Wandel und mit dem Fluss des Lebens – wie es so schön heißt. Wir nehmen dann unser Nicht-Wissen an und hören auf, uns an Ideen und Dinge zu klammern. Doch einfach ist das nicht. Das Ego will das nicht, weil sich sein Selbstbild in dieser Haltung beginnt aufzulösen. Kannst du es aushalten, Nichts und Niemand zu sein?

Nicht-Wissen, Nicht-Wollen, Nicht-Ego und plötzlich eröffnet sich eine neue Freiheit. Jetzt ist da Raum für Veränderung. Hier darf die Veränderung stattfinden und Neues darf sich entfalten. Jetzt bist du offen für alle Ideen und Möglichkeiten. Ein solcher Zustand setzt Kreativität frei und fördert das Gefühl von spielerischer Leichtigkeit. Eine Leichtigkeit, die wir nicht empfinden, wenn wir in unseren Ego-Mustern gefangen sind und versuchen festzuhalten. 

In diesem Sinne ist es eine wunderbare Übung, die Unbeständigkeit an jedem Tag anzunehmen und zu versuchen, sie mehr und mehr zu akzeptieren. Jedes negative Gefühl von Unbeständigkeit darf uns daran erinnern unsere Einstellung zu Überprüfung und uns wieder mit dem Lebenswandel zu verbinden. 

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